HAPTICA live 2013 2016-10-21T15:57:45+00:00

Auftakt geglückt

Mit Spannung war die Premiere der HAPTICA® live in Köln erwartet worden. Das neuartige Veranstaltungskonzept vereint Messe, Vortragsprogramm, Sonderausstellungen, Preisverleihung und abendliches Networking. Offen für Händler, Werbeagenturen und Industriekunden, ist die „Erlebniswelt Haptische Werbung“ eine Plattform zur Profilierung des Werbeartikels. Die Auftaktveranstaltung am 20. März im Kölner E-Werk verlief vielversprechend: 614 Teilnehmer zeigten reges Interesse an der Vielfalt und dem Kreativpotenzial haptischer Werbung.

Da eine Premiere immer auch ein Schritt ins Ungewisse ist, ist das Lampenfieber vor Premierenveranstaltungen groß. Nicht anders erging es Veranstaltern und Teilnehmern der HAPTICA® live ’13, die am 20. März in Köln stattfand. Denn mit dieser Veranstaltung betrat die ganze Branche Neuland – dementsprechend groß waren Neugierde und Anteilnahme bei Lieferanten, Händlern, Agenturen und Anwendern: Letztlich kamen von 914 angemeldeten 614 Personen (davon rund ein Drittel Werbeartikelanwender und -agenturen) aus allen Teilen Deutschlands ins Kölner E-Werk, um in die „Erlebniswelt Haptische Werbung“ einzutauchen. Auch aus Finnland, England, Frankreich, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz waren Interessierte angereist. Und das, obwohl der Wettergott wirklich nicht gerade mitgespielt hat. Schneeregen sorgte für schwierige Straßenverhältnisse rund um Köln, ein Streik bei der Lufthansa und eine zeitweise Störung des Stellwerks am Kölner Hauptbahnhof machten das Verkehrschaos komplett. Doch von all diesen Widrigkeiten war in den Räumlichkeiten des E-Werks kaum etwas zu spüren.

Location mit Flair

Eine „Profilierungsoffensive für den Werbeartikel“ hatte Michael Scherer, Geschäftsführer des HAPTICA® live-Veranstalters WA Verlag, im Vorfeld angekündigt. „Wir haben vor zwei Jahren mit dem Launch unserer neuen Zeitschrift HAPTICA® versucht, die großen Wirkmöglichkeiten des gegenständlichen Werbeträgers zu verdeutlichen. Die positive Resonanz der Marketingentscheider aus der Industrie auf das Magazin hat uns ermutigt, die Veranstaltung HAPTICA® live zu initialisieren. Es lag nahe, das in Köln zu machen, einer Medienmetropole, in der auch der WA Verlag seinen Sitz hat.“

Als Location diente das E-Werk im rechtsrheinischen Stadtteil Köln-Mülheim. Der ehemalige Industriebau in Gründerzeitarchitektur ist in den 1990er Jahren zu einer modernen Konzert- (Herbert Grönemeyer, Sportfreunde Stiller, Joe Satriani …) und Veranstaltungshalle (u.a. Austragungsort der legendären Stunk-Sitzungen im Kölner Karneval) umfunktioniert worden. Das E-Werk strahlt nicht nur Industriecharme aus, sondern war auch aufgrund der Räumlichkeiten gut für das Projekt HAPTICA® live geeignet. So standen neben dem Foyer und der Empore (fürs Catering) zwei getrennte, kompakte Hallen zur Verfügung. Während die Nebenhalle mit Bühne für das Vortragsprogramm, die Verleihung des Promotional Gift Awards 2013, zwei Sonderschauen sowie die Abendveranstaltung genutzt wurde, waren in der Haupthalle und im Foyer die Stände von 42 Ausstellern aufgebaut worden.

Konkretes Interesse, kreative Atmosphäre

„Hier sind viele verschiedene Stände, an denen wir Anregungen für die Ideenfindung erhalten“, lobte Stephanie Pielsticker, Marketing bei EurimPharm, und auch Walter Gehlen, Direktor der Kunstmesse Artfair, war „beeindruckt. Ich wollte mich informieren, was für Möglichkeiten es gibt, unseren Kunden etwas Gutes zu tun, und habe viele interessante Artikel gesehen.“ „Eine sehr schöne Location, eine sehr schöne Halle, viele Anbieter – sehr viel zu sehen“, fasst Lars Thiel von headstart Marketing zusammen.

Angesichts guter Frequenz an den Ständen, konstruktiver Gespräche und anregendem Ideenaustausch zwischen allen Beteiligten – die Veranstaltung ist ja erklärtermaßen offen für Lieferanten, Händler, Agenturen sowie Marketingentscheider und Einkäufer von Industrieunternehmen –ergab sich bald eine kreative Atmosphäre, die die HAPTICA® live prägte.

Einige Besucher, die die Sortimente der Aussteller gut kannten, hätten sich an den Ständen allerdings mehr Anwendungsbeispiele und Vorführungen von Veredelungstechniken gewünscht. Dem ein oder anderen kam der Aspekt „Erlebniswelt“ in dieser Halle zu kurz. Allerdings ließ das Platzangebot auch nicht viel mehr Raum für weitere Aktionen. Schon jetzt wirkte die Messeoptik stellenweise etwas beengt.

Best Practice

Gelungene Kreationen und Umsetzungen von und mit Werbeartikeln gab es dann in der Nebenhalle zu sehen. In einer Sonderschau waren Best Practice-Beispiele erfolgreicher Kampagnen ausgestellt worden: T-Shirts, die im Guerilla-Einsatz gegen Neonazis ihre Botschaft nach dem ersten Waschgang verändern; ein Büstenhalterkalender von FHM als Männerspielzeug; ein Betonmailing mit einer eingegossenen Flasche Champagner zur Bewerbung eines Stihl-Trennschleifers; ein in Blisterfolie eingepackter Stuhl, der Sponsoren für Theaterprojekte generieren soll … „Die Best Practice-Ausstellung fand ich sehr interessant, weil die Produkte mit einer Botschaft versehen und sehr intelligent umgesetzt worden sind, um den Markenwert zu verstärken“, konstatiert Michael Jerxen, re-Bird. Und Christian Höfling, werbemax, sah die Best Practice-Sonderschau sogar als ein Kernstück der HAPTICA® live: „Hier hat man die meisten Möglichkeiten, den Besuchern Anregungen zu geben, wie man Werbeartikel ideal einsetzen kann. Daher sollte man diesen Part der Veranstaltung zukünftig ausbauen.“

Weitere Anreize setzte die zweite Ausstellung in der Nebenhalle mit den Preisträgern des Promotional Gift Awards 2013: Alle 37 Gewinnerprodukte in den Kategorien Streuartikel, Kommunikatives Produkt, Premium Produkt & Markenartikel, Sonderanfertigung, Veredlungstechnik, Verpackung und Best Practice konnten in Augenschein genommen werden. Auch hier gab es viele Aha-Effekte unter den Besuchern.

Vortragsprogramm mit Lokalkolorit

Parallel fand auf der Bühne der Nebenhalle ein Vortragsprogramm statt. Referenten aus Unternehmen, die auf haptische Werbung in ihrer Markenkommunikation setzen, waren eingeladen, Erfahrungswerte mitzuteilen und Praxisbeispiele vorzustellen. Dass das Lokalkolorit dabei nicht zu kurz kam – drei der vier Vortragenden kamen aus der Domstadt –, war durchaus beabsichtigt: „Der Kölner feiert sich eben gerne selbst“, wie Jörg Pfahl, Projektleiter 1.FC Köln beim Sportvermarkter IMG, in seinem Vortrag „E Jeföhl – Produkte erzeugen Emotion. Business-Marketing beim 1. FC Köln“ anmerkte. Pfahl zeigte, wie das Kultpotenzial der Marke 1. FC Köln trotz sportlichen Misserfolgs wächst und welchen Anteil daran singende Toaster, Trikots und handsignierte Postkarten haben.

Zuvor hatte David Meisser, Brand Manager der Biermarke Sion Kölsch, unter dem Slogan „Köln muss man nicht verstehen. Köln muss man fühlen“ das „Haptische Kölsch-Marketing made by Sion“ vorgestellt, zu dem nicht zuletzt die Kreation der 0,2 l-Flasche mit Reliefprägung gehört. In die sinnliche Welt des Duftmarketings führte Johann Maria Farina ein. Der Geschäftsführer des Kölner Traditionsunternehmen Farina 1709 sprach über „Die Verführung der Sinne: Wie Farina Eau de Cologne zum Namensgeber einer ganzen Duftklasse wurde“. Und dass die Kunden bzw. Fans einer Marke immer stärker in die Entscheidungsprozesse und auch das Design von Werbeartikeln mit eingebunden werden – Stichwort: Crowdsourcing – belegte German Schulz, Leiter Markenmanagement beim Fußballbundesligisten VfL Wolfsburg mit dem Referat: „Leidenschaft zum Anfassen – Markenmanagement mit Fanunterstützung.“

Das Vortragsprogramm erwies sich als Publikumsmagnet: Zwischen 70 und 100 Zuhörer hatte jeder der Referenten, viele Besucher gaben an, insbesondere wegen des Vortragsprogramms gekommen zu sein.

Gewinner gefeiert

Ab 15.00 Uhr gehörte die Bühne der Nebenhalle dann den Preisträgern des diesjährigen Promotional Gift Awards: Zum elften Mal hat der WA Verlag diesen Preis für Werbeartikel und Werbeartikelkonzepte vergeben. Moderator Till Barth stellte kurz die Fachjury vor – Michael Mätzener (diewerbeartikel gmbh), Michael Scherer (WA Verlag), Eva Spahn (Lufthansa Worldshop), Birgit Weigel (Volkswagen Zubehör) und Martin Zettl (marke

[ding]) – und führte anschließend gekonnt und kurzweilig durch das Programm. Jeder der anwesenden 32 Preisträger konnte anschließend auf der Bühne die begehrte Trophäe und den gebührenden Applaus in Empfang nehmen. Die PGA-Verleihung erwies sich als ein Highlight der HAPTICA® live-Premiere und hat maßgeblich dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Vielfältigkeit des Werbemediums Werbeartikel zu schärfen. „Der Promotional Gift Award macht deutlich“, so Stefan Furtmayr, Furtmayr & Partner, „dass wir nicht in einer Werbegeschenkebranche sind, sondern Kommunikationstransfers ermöglichen, und er zeigt, wie dreidimensionale Werbeträger individuell ins Marketing eingebracht werden können.“

Familientreffen

Schon vor dem Abendprogramm bot ein Sektumtrunk im Anschluss an die PGA-Verleihung die Möglichkeit zum kommunikativen Austausch: Hersteller und Händler, Designer und Produktentwickler, Anwender und Agenturprofis kamen jedoch nicht nur bei dieser Gelegenheit zusammen, um sich über Ideen und Trends zu unterhalten oder gemeinsam neue Projekte zu entwickeln. „Die Veranstaltung hat die Anmutung eines Familientreffens“, stellte PGA-Preisträger Jürgen Kampmann, Kampmann GmbH, fest, und auch Nadine Kittelmann, Bauchgefühl, war gerade von dem Miteinander angetan: „Jeder, der hier ist, will sich mit seinen Ideen präsentieren, zeigt, dass er Teil der Branche ist und dass man freundschaftlich miteinander umgeht. Wir hatten tolle Gespräche mit Händlerkollegen, das hat man in dieser Form auf anderen Messen wie der PSI nicht.“

Das abendliche Get-together bot Ausstellern, Promotional Gift Award-Preisträgern und Besuchern Gelegenheit zum weiteren Networking. Mehr als 300 Teilnehmer nahmen die Einladung an und viele von ihnen ein besonderes Souvenir mit nach Hause. Zwei sogenannte „Pyrographen“ mischten sich unters Publikum, zeichneten mit Wunderkerzen Portraits der Besucher und händigten ihnen diese aus – Erinnerungen an eine Veranstaltung, die den Werbeartikel in vielen Facetten zeigte. Gibt es auch sicher noch Optimierungsbedarf – z.B. bei der Messeaufplanung – so zeigte die Premiere doch, dass die HAPTICA® live das Potenzial hat, sowohl Inspirationsquelle und Kommunikationsplattform als auch Imagebooster für das Genre Haptische Werbung zu sein. Nach der Veranstaltung gab es daher neben viel Lob auch konstruktive Anregungen – Beleg dafür, dass das Konzept und die Umsetzung auf Zuspruch und Interesse sowohl innerhalb der Branche als auch beim Anwender stoßen. Über das schlechte Wetter sprach hinterher dagegen kaum jemand – und das ist ja ein gutes Zeichen.

 

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